Artikel in Uniterre Zeitung veröffentlicht - Juni 2026
Die Krise in unseren Weinbergen verschlimmert sich immer mehr. Ein rückläufiger Markt, viel zu tiefe Preise, zu viel Lager, fehlender Platz in den Kellern für die bevorstehende Ernte und mangelnde Liquidität gefährden viele Weinbetriebe. Unsere Hauptsorge ist die Konkurrenz durch Importe zu billiger Weine. Die Variable sollte nicht mehr die Schweizer Produktion sein, sondern der Import. Die Schweizerische Vereinigung der Selbsteinkellernden Weinbauern (SVSW) fordert seit Jahrzehnten Massnahmen, erst seit Kurzem wird auf mehreren Ebenen endlich darüber diskutiert.
Die SVSW beteiligte sich aktiv an der Arbeitsgruppe, die nach der von Guy Parmelin im August 2025 einberufenen «Etats Généraux de la viticulture» eingerichtet wurde. Leider schliesst die kürzlich in die Vernehmlassung geschickte Verordnungsänderung 65% der Produzent*innen von diesem Markt aus! Die SVSW beantragte eine Rechtsstellungnahme, die zu dem Schluss kam, dass dieser Vorschlag einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die WTO-Abkommen und das Schweizer Recht darstellt; und dass die von der SVSW vorgeschlagene Lösung wesentlich weniger Probleme bei Konkurrenz und Chancengleichheit auf dem Markt mit sich bringt. Aufgrund der juristischen Argumente werden wir auf die bis zum 18. Juni laufende Konsultation antworten. Fortsetzung folgt.
Dank der Lobbyarbeit der SVSW wurde gerade in den beiden Kammern eine Motion «Zur Dekonsolidierung der WTO-Kontingente» eingebracht (26.3327 von Jacques Nicolet im NR und 26.3250 von Carlo Sommaruga im SR). Sie fordert den Bundesrat auf, das Verfahren für eine Reduzierung der Weinimportkontingente bei der WTO um 50% sowie eine Erhöhung der Einfuhrzölle auf Wein ausserhalb der Kontingente um mindestens 100% umzusetzen. Viele Abgeordnete haben diese Anträge mitunterzeichnet, und auch wenn die Gewinnchancen gering sind, begrüssen wir die Eröffnung dieser dringend benötigten Debatte.
Mögliche Referenden gegen die Abkommen mit Malaysia und MERCOSUR sind absehbar und die SVSW wird sich ihnen anschliessen. Die grösste Bedrohung für den einheimischen Weinbau ist vor allem die Konkurrenz durch europäische Weine. Die SVSW lehnt die Bilateralen III entschieden ab, die nichts weiter als die Fortsetzung einer Politik sind, welche für uns inakzeptable Wettbewerbsverzerrungen impliziert. Wir sind nicht gegen Handelsabkommen, aber für mehr Anteil an diesen Abkommen. (Siehe www.la-vrille.ch)
Schritte zur Importbegrenzung werden erst mittelfristig bis langfristig Wirkung zeigen. Für 2026 fordert die SVSW eine Entlastung des Marktes durch eine unterstützte Reduzierung der Lagerbestände sowie eine Traubensaftkampagne für die Ernte 2026.
der Marktanteil von Importwein steigt mit dem Roden der Weinreben, die Weinberge müssen jedoch zwingend erhalten bleiben, bis die Massnahmen zur Regulierung der Importe umgesetzt sind. In Krisenzeiten profitiert die Industrie von der Unterstützung durch die Kurzarbeitsentschädigung (KAE), um Kompetenzen und Produktionspotenzial zu erhalten. Eine ähnliche Unterstützung sollte auch für andere Sektoren möglich sein, einschliesslich des Weinbaus. Wir müssen die Kompetenzen, das Produktionspotenzial und die Weinbauinfrastruktur erhalten. Sie garantieren Familien und Mitarbeitenden ihren Lebensunterhalt, übernehmen eine wichtige ökologische und gesellschaftliche Rolle und versorgen ein ganzes lokales Ökosystem. Es geht hiermit um eine politische und soziale Entscheidung.
Willy Cretegny – SVSW Präsident
Übersetzung: Patricia et Beat Ledermann
Artikel in Uniterre Zeitung veröffentlicht - Juni 2026
>> Weinbaukrise: für einen echten Schutz an der Grenze
> Für eine Dekonsolidierung der WTO-Kontingente - SVSW-Schreiben an die Ständerät*innen 04.06.2026
> Von welcher Konkurrenz sprechen wir? -
W. Cretegny - Vignes & Vergers 19.11.2025
> Ausreissen oder Grenzschutz? - SVSW 27.06.2025
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Plus que la baisse de consommation, c’est la concurrence étrangère qui saborde la viticulture suisse - Willy Cretegny - Terre&Nature 31.07.2025
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Inquiets pour leur avenir, les vignerons suisses demandent des mesures protectionnistes - RTS 04.07.2025
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Gegen die Freihandels- und Bilateralen III Abkommen - SVSW Medienmittteilung 17.02.2025
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Parlamentarische Geschäfte im Zusammenhang mit dem Wein-Kontingent – Nationalrat und Ständerat – seit 2012